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Information zu Risikomanagement, Sanierung, Kommunikation

Damit wären wir bei Thema Risikomanagement. Nach dem KonTraG-Gesetz zur Kontrolle und Transparenz in Gesellschaften, auch Personengesellschaften, insbesondere aber Kapitalgesellschaften, sind in der Haftung: Unternehmensleiter / Unternehmensleiterinnen (mehrere Geschäftsführer / Geschäftsführerinnen solidarisch), die kein System von Frühindikatoren zur Risikobegrenzung, kein Frühwarnsystem aufgebaut haben. Die Haftung in der Insolvenz nach dem Insolvenzrecht hatten wir bereits behandelt.

Allerdings teile ich die Auffassung nicht, in einem überwiegenden Maße hätten Managementfehler in der Vergangenheit zur Insolvenz einer Firma geführt.

hätten laut Umfrage unter Insolvenzverwaltungen rd. 72% betont, dass Fehler im Management
- von fehlendem Controlling bis zu mangelnder Kommunikation - für den Bankrott eines Unternehmens verantwortlich seien.

Es ist wirklich zu einfach, vor allem, wenn man abhängig beschäftigt ist, jeden Monat sein Gehalt bezieht, sich in die ungeheuer komplexe Aufgabe eines/einer Unternehmens-Verantwortlichen hinein zu versetzen.

Als Sanierer und Entwickler in meiner Unternehmensberatung konnte ich persönlich in der Praxis erfahren, wie schwierig eine Sanierung mit folgender Entwicklung abläuft und wie kritisch sich eine Situation entwickeln kann, ohne dass hätte dagegen gesteuert werden können. Viele Einflussfaktoren machten immer wieder jegliche Anstrengung zunichte.

Von außen ist es leicht, zu behaupten, die Ausbildung im Management, in den Unternehmensleitungen stim-me nicht, hier müsse nach-gebessert werden, wie dies aktuell kolportiert wird. Es wird in diesem Zusammen-hang auch von "wert-orientierten Prinzipien" in der mittelständischen Unternehmensführung gesprochen.

Keine Frage, Bildung und Wissen sind immer gut und schützen ganz sicher besser vor Fehlentscheidungen. Aber: Ich musste auch erleben, wie ausgerechnet die gut ausgebildeten Firmenleitungen ihrer Aufgabe nicht oder nicht mehr gerecht wurden. Zwischen Theorie und Praxis besteht ein himmelweiter Unterschied. Da ist es leicht, im Nachhinein auf Fehler des Managements hinzuweisen, wenn kaum andere Insolvenz-Gründe genannt werden können. Konjunkturelle Probleme, Verwerfungen im Wettbewerb am Markt, besondere Schwierigkeiten bei der Finanzierung etc. hat wohl kaum ein Verwalter benannt.

Haben die Milliarden-Fehlspekulationen in den öffentlichen und privaten Banken etwa nicht hochgebildete, sehr erfahrene Damen und Herren in den Führungsetagen zu verantworten? Und diese verantwortlichen Manager / Managerinnen hatten meiner Auffassung nach keine so komplexe Alltagsarbeit wie ein Chef / eine Chefin in kleinen bis mittelständischen Unternehmen (KMU-Betrieben) zu leisten.

Es ist auch leicht, in diesem Zusammenhang eine "Intensivierung von Kundenbeziehungen" zu fordern; dies aber in der Alltagsarbeit umzusetzen ist eine ganz andere Qualität - und kostet Geld. Liquide Mittel hierfür sind ja aus dem Eigenkapital zur Verfügung zu stellen, denn alle Maßnahmen in Marketing und Werbung stellen keine Investitionen dar und sollten somit nicht mit Fremdkapital - auch nicht anteilig - finanziert werden.

In meiner eigener Praxis als Berater musste ich immer wieder feststellen, wie nach scheinbar gut geeigneten Konzepten in Marketing, Werbung und Absatzförderung, nach umfassender Planung und engagierter Umsetzung, das erwartete Ergebnis trotzdem oft genug zu wünschen übrig ließ.

Iserlohn, im Mai 2008

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