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Information zu Handwerk, Handel, Gewerbe, KMU-Betriebe

Kleinere Unternehmen in Handwerk, Handel und Gewerbe stehen meiner Ansicht nach vor einer wichtigen Zukunftsentscheidung: da kleinere Betriebe in ganz überwiegender Zahl kaum dauerhaft einen adäquaten Gewinn erwirtschaften können und meist auch das Marktumfeld eng begrenzt ist, drängt sich die Frage nach einer Kooperation (Zusammenarbeit), besser noch Fusion (Zusammenschluss) mehr und mehr auf.

Berechnung des erforderlichen Jahres-Gewinns eines Einzelunternehmens bei rd. 2.000 Euro Bar-Entnahmen im Monat, jedoch ohne zusätzliche Kapitaltilgung aus dem Ertrag

Bar-Entnahmen (ca.) 2.000 € je Monat x 12 Monate = 24.000 € (für Miete, Lebensunterhalt etc.)
Rentenvers.-Anteile (ca.) 300 € x 12 =   3.500 €
Krankenvers.-Anteile (ca.) 300 € x 12 =   3.500 €
Einkommenssteuer III (ca.) 350 € x 12 =   4.500 €
EK-Steuer und Versicherungs-Anteile zusammen hier = 11.500 €
Kfz-Anteile (ca.) 400 € x 12 =   5000 €
Telefon-Anteile (ca.) 100 € x 12 =   1000 €
Sonstige Nutzung 100 € x 12 =   1000 €
Nutzungs-Anteile (StB konsultieren!) =   7000 €
Gesamt-Privat-Entnahmen in diesem Beispiel: = 42.500 €
Liquiditäts-Rücklage (ca. 10% vom Gewinn) =   4000 €
Betriebs-Gewinn sollte im Beispiel mindestens sein (ca.): = 46.500 €

Berechnung des erforderlichen Jahres-Gewinns eines Einzelunternehmens bei rd. 2.000 Euro Bar-Entnahmen je Monat und zusätzlich mit einer angegebenen Kapitaltilgung

Bar-Entnahmen (ca.) 2.000 € je Monat x 12 Monate = 24.000 € (für Miete, Lebensunterhalt etc.)
Rentenvers.-Anteile (ca.) 300 € x 12 =   3.500 €
Krankenvers.-Anteile (ca.) 300 € x 12 =   3.500 €
Einkommenssteuer III (ca.)   (erhöt sich) 850 € x 12 = 10.000 €
EK-Steuer und Versicherungs-Anteile zusammen hier = 17.000 €
Kfz-Anteile (ca.) 400 € x 12 =   5000 €
Telefon-Anteile (ca.) 100 € x 12 =   1000 €
Sonstige Nutzung 100 € x 12 =   1000 €
Nutzungs-Anteile (StB konsultieren!) =   7000 €
Gesamt-Privat-Entnahmen in diesem Beispiel: = 47.000 €
Liquiditäts-Rücklage (ca. 10% vom Gewinn) =   4000 €
Kapital-Tilgung (die Zinsen sind in den Kosten erfasst) =   7000 €
Betriebs-Gewinn sollte im Beispiel mindestens sein (ca.): = 58.000 €

Dagegen steht natürlich die gewollte Unabhängigkeit von Unternehmern/-innen und vor allem Meistern/-innen. Aber ökonomische Zwänge müssen einfach bedacht werden: ab einer Mitarbeiterzahl von ca. 10 - 15 gewerblichen Arbeitnehmern/-innen - bei permanenter Auslastung(!) - sind erst die Gemeinkosten eines Betriebes plus erforderlichem Unternehmerlohn dauerhaft und sicher zu erwirtschaften.

Beispiel: bei 42 € Stundensatz (kalkulatorisch oder verrechnet) sind meist gerade mal 14 € enthalten, die je aktiver Arbeitsstunde zur Deckung der Gemeinkosten erwirtschaftet werden, bei einem Bruttolohn von ca. 14 € je Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin.

Erforderlich wären aber zwischen ca. 15 € und ca. 25 € pro gewerblichem/er Arbeitnehmer/in: im Mittel: 20 €, das hängt von der Betriebsstruktur ab.

Für 1 Inhaber eines Handwerksunternehmens mit 5 gewerblichen AN gilt beispielsweise überschläglich:

ca. 60.000 € Gewinn + ca. 120.000 Gemeinkosten und neutrale Aufwendungen = ca. 180.000 € / Jahr sind mindestens über den Wareneinsatz und Personaleinsatz hinaus zu erwirtschaften

5 AN x 1.600 Std. / Jahr = 8.000 aktive Arbeitsstunden x 22,50 € / Std. Gemeinkosten = 180.000 €

Für 2 Inhaber eines Handwerksunternehmens mit 10 gewerblichen AN gilt beispielsweise überschläglich:

ca. 120.000 € Gewinn + ca. 200.000 Gemeinkosten und neutrale Aufwendungen = ca. 320.000 € / Jahr sind mindestens über den Wareneinsatz und Personaleinsatz hinaus zu erwirtschaften (bei den Gemeinkosten und neutralen Aufwendungen entstehen Synergie-Effekte = Kosteneinsparungen)

10 AN x 1.600 Std. / Jahr = 16.000 aktive Arbeitsstunden

320.000 € : 16.000 Std. = 20 € je aktiver Arbeitsstunde

Also bei gleicher Betriebsgröße sind bereits 2,50 pro aktiver Arbeitsstunde und je AN (gewerblichem Arbeitnehmer oder gewerblicher Arbeitnehmerin) mehr zu erwirtschaften und die Kapitaldienstfähigkeit leichter zu erreichen:

8.000 Stunden x 2,50 € / Std. = 20.000 € mehr Ertrag - wenn man es richtig macht.

Beispiele aus dem Markt: Der Baustoffhandel hat über Jahre versucht, sich erst in einem Einkaufsverband wirtschaftlich besser zu stellen und ging dann den Weg über größere Firmenzusammenschlüsse zuzüglich Einkaufsverband.

Etwas ähnliches gilt für Ärzte, Steuerberater und Rechtsanwälte mit der Gründung von kostengünstigeren Praxis-Gemeinschaften als Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), auch BGB-Gesellschaften genannt, bzw. in Partnerschaften nach dem seit etwa 8 Jahren geltenden Partnerschaftsgesetz.

Ich meine also: vor allem das Handwerk sollte umdenken, nicht Souveränität in der Unternehmensführung ist gefragt, sondern Wirtschaftlichkeit und Sicherheit am Markt stehen im Vordergrund. Und: die Vorgaben im Banken-Rating wären zudem leichter zu erfüllen. Wenn dann noch die Standorte für eine verbesserte Marktpräsenz stimmen, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.

Iserlohn, im Juni 2008

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