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Information zu aktuellen Kreditlinen bei Banken und Sparkassen

Ein mir bekannter Auszubildender mit einem monatlichen Einkommen von 650 € netto hatte sich bei seiner Sparkasse vor Ort einen Kontokorrentkredit von 400 € einräumen lassen. Das war im Mai 2008.

Er hat laut mir vorliegendem Kreditvertrag für seinen Korrent 13,625 % jährliche Zinsen zu zahlen, bei Überziehung der gewährten Linie werden für diese weiteren Beträge dann 19,125 % fällig.

Also fast 14%(!) "normale" Zinsen für seinen Kredit, bei Überziehung für diese Beträge dann mehr als 19%(!). Und dies bei den aktuell sehr niedrigen Leitzinsen der Deutschen Bundesbank.

Darüberhinaus musste dieser junge Auszubildende einen weiteren Termin bei seiner Sparkasse wahr-nehmen, in dem er über die "Riester-Rente" und Versicherungen der Sparkassen-Versicherungsgruppe "informiert" wurde.

Er hat schlussendlich doch keine Versicherung abgeschlossen, denn auch ihm wurde bewusst, dass seine Sparkasse hier doppelt "zugreifen" möchte: hohe Zinsen und weitere Provisionen verdienen.

Ein Einzelfall? Keineswegs! Wer Geld benötigt steht oft genug den Banken und Sparkassen hilflos gegenüber. Hier kann in der Regel akzeptiert oder abgelehnt werden, Zusatzleistungen inbegriffen.

Geht es dann den gewerblichen Kreditnehmern aus Handwerk, Handel, Gewerbe besser? Mitnichten: auch sie müssen sich diesen Banken-Bedingungen stellen und oft genug horrende Zinsen bezahlen.

In meiner langjährigen Tätigkeit als Berater habe ich erfahren, dass in vielen Fällen zunächst Korrent-Kredite eingerichtet werden - mit ebenfalls einer Zinslast von meist deutlich über 10% bis fast 14% pro Jahr.

Muss dann irgendwann doch umgeschuldet werden, beginnt der Teufelskreis, denn oft sind die Erträge in kleinen Unternehmen nicht tragfähig genug, die hohen Zins-Lasten längerfristig zu tragen.

Also, wer sagt, Banken und Sparkassen förderten Handwerk und Mittelstand, kann ich aufgrund meiner in 15 Berater-Jahren gemachten Erfahrungen dieses nicht bestätigen; das ist so in sich nicht stimmig.

Wer sich meine Ausführungen und auch Kalkulationen unter "Presse" und "Aktuelles" sowie "Download" genauer ansieht, wird die überproportional starke Belastung in der Rentabilitätsplanung durch Zins und Tilgung erkennen.

Auf Dauer wird sich an dieser Situation etwas ändern müssen, denn die Marktpreise im Inland sind auf Sicht hin nicht tragfähig genug, diese hohen Zins-Belastungen auch problemlos tragen zu können.

Einige Unternehmen kommen so oft in nicht vorhersehbare Turbulenzen. Eine Umschuldung findet jetzt aber erst recht nicht mehr statt. Das ist meist der Anfang eines langen und extremen Engpasses in der Liquidität.

13% und mehr für Zinsen sind in kaum einer Kalkulation unterzubringen. Gleichwohl benötigen die Betriebe in ausreichendem Maße Fremdkapital, jedoch nicht zu diesen aberwitzigen Bedingungen.

Mehr Wettbewerb und geringere Zinshöhen schafften zusätzlichen Nutzen für beide Partner: für die nachfragenden Unternehmen wie für die anbietenden Banken. Mit Rating nach Basel-II hat dies nichts zu tun. Hinter den verschärften Kreditvergabe-Vorschriften kann sich keine Bank und keine Sparkasse bei diesen hohen und höchsten Zinsforderungen verstecken.

Iserlohn, im Juni 2008

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